Archon Protopsaltis Charílaos Taliadóros verstorben

Am 11. Jänner 2021 ist mit dem Archon Protopsaltis des Erzbistums Konstantinopels Charilaos Taliadoros einer der letzten großen Meister der Byzantinischen Musik verstorben. Charilaos Taliadoros war für 68 Jahre Chorleiter in der Kathedrale zur Weisheit Gottes in Thessaloniki, Griechenland. Darüber hinaus war er als Lehrer, Komponist, Interpret und Herausgeber von Büchern zu Musik tätig, und hat so den Gesangsstil in Thessaloniki, aber auch im gesamten Kosmos der Byzantinischen Kirchenmusik des 20. Jahrhunderts entscheidend mitgeprägt. Die Schule für Byzantinische und Traditionelle Musik bedauert den Verlust dieser großen Persönlichkeit!


Fünf Jahre Schule für Byzantinische und Traditionelle Musik

Am Sonntag, dem 20. Dezember, beschloss die Schule für Byzantinische und Traditionelle Musik das fünfte Jahr ihres Bestehens. An diesem Tag im Jahr 2015 fasste S. E. Metropolit Arsenios von Austria den Beschluss der Gründung der Musikschule. Waren es zunächst hauptsächlich die Aktivitäten des byzantinisches Chores, die durch die Musikschule einen institutionellen Rahmen erhielten, so konnte schon im ersten regulären Schuljahr, 2016/2017, die Abhaltung von regelmäßigem Instrumentalunterricht (Violine, Oud, Gitarre) aufgenommen werden. Ebenfalls bereits in diesem Schuljahr wurde die Workshopreihe „Traditionelle griechische Musik“ etabliert. Ebenso wie der angebotene Individualunterricht für diverse Musikinstrumente mit Antonis Maziotis, Christiana Thalassinou und Andreas Zenios, sind die von Theologos Michellis und Georgios Pappas abgehaltenen Workshops für Zupfinstrumente und Violine seitdem eine der Säulen der Musikschule.

Ein weiterer Fixpunkt der Musikschule in den letzten fünf Jahren war die Abhaltung und Teilnahme an Konzerten. Die Schule organisierte Weihnachts- und Schulabschlusskonzerte, nahm am musikalischen Programm der Langen Nächte der Kirchen teil und präsentierte Auswahlen an byzantinischem Gesang in der Rektoratskirche St. Peter in Wien (Peterskirche). Großartige Musiker unterstützten die Schule bei Konzerten. Die Schule konnte ihre Aktivitäten sowohl im griechischen Fernsehen, als auch mit selbst produzierten Videoaufnahmen präsentieren.

Die COVID-19-Pandemie hat das fünfte Jahr des Bestehens der Musikschule anders aussehen lassen, als ursprünglich geplant. Konzerte konnten ab dem Frühjahr nicht abgehalten werden; ein Unterricht mit persönlichem Kontakt war über weite Strecken nicht gangbar. Dafür haben sich andere Möglichkeiten eröffnet, die möglicherweise auch langfristig etabliert werden. Die Unterrichtsaktivitäten des byzantinischen Chores wurden mittels einer Videokonferenzsoftware abgehalten und ermöglichten so auch Schülern außerhalb Wiens die leichte Teilnahme. Auch die Abhaltung des Workshops für traditionelle griechische Zupfinstrumente konnte erfolgreich per Video abgehalten werden, wo zwar ein ensembleartiges Zusammenspiel nicht möglich war, dafür aber verstärkt der Fokus auf die Vermittlung theoretischer Kenntnisse gelegt wurde.

Die Schule für Byzantinische und Traditionelle Musik ist zuversichtlich, dass, sobald die derzeit vorherrschenden, nicht in ihrem Einflussbereich liegenden, Schwierigkeiten überwunden sind, ihr Angebot auch für die nächsten Jahre in vollem und sogar erweitertem Umfang wieder aufnehmen kann.


Erstes Online-Seminar erfolgreich abgehalten

Am 14. November 2020 hat die Schule für Byzantinische und Traditionelle Musik das erste Online-Musikseminar für Zupfinstrumente mit Georgios Pappas abgehalten. Mithilfe der Software Zoom wurden zwei Stücke aus dem Pontos und Makedonien einstudiert, sowie auch theoretisches Wissen über bestimmte Themen der traditionellen griechischen Musik erweitert. Nachdem sich dieses Format als sehr praktikabel erwiesen hat, wird am Samstag, dem 19. Dezember 2020 um 16:00 Uhr ein Folgeseminar veranstaltet werden. Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, schreiben Sie uns bitte an.


Musikalisches Wochenende

Am Wochenende des 18./19. Jänners 2020 fand der dritte Teil der diesjährigen Workshopreihe zu traditioneller griechischer Musik statt. Die aus Griechenland angereisten Musiker Theologos Michellis mit der Geigengruppe und Georgios Pappas mit der Zupfinstrumentegruppe übten nach dem bewährten Schema einerseits schon bekannte Stücke, andererseits stellten sie neue Stücke vor. Zusätzlich zum Unterricht, der mit den ganzjährig in Österreich ansäßigen Musiklehrern stattfindet, bestand auch wieder die Möglichkeit, abseits der Workshops am Individualunterricht mit Theologos Michellis und Georgios Pappas teilzunehmen. Die nächste Gelegenheit dazu ergibt sich beim vierten Teil der Workshopreihe, welcher am 14./15. März 2020 stattfindet.

Am Abend des 18. Jänners gab es mit dem Konzert der Gruppe „Anatolia Project“ eine Premiere. Die bereits erwähnten Musiker schlossen sich mit Dimitrios Varelopoulos, der für unsere Schule das Ensemble für traditionelle griechische Musik leitet, zur erwähnten Gruppe zusammen und traten das erste Mal unter diesem Namen gemeinsam auf. Das Repertoire der Gruppe basiert auf der traditionellen Musik Griechenlands sowie des erweiterten Raum des Ost-Mittelmeers. Das Programm umfasste Lieder aus Griechenland, Instrumentals aus der Türkei und der arabischen Welt, sowie eigene Modal-Kompositionen der Künstler. So bestand die Möglichkeit, diese traditionelle Musik mitten in Wien auf höchstem Niveau zu hören, was von Publikum entsprechend gewürdigt wurde.


Weihnachtlicher Auftritt in der griechischen Botschaft

Auf Einladung ihrer Exzellenz, der Botschafterin der Hellenischen Republik, Frau Aikaterini Koïka, fand sich am 20. Dezember 2019 zu Mittag eine Abordnung der Musikschule für Byzantinische und Traditionelle Musik in der Botschaft der Republik Griechenland in Wien ein, um vor der Frau Botschafter und dem anwesenden Botschaftspersonal vokal einige griechisch-orthodoxe Hymnen zur Weihnachtszeit und instrumental unterstützt traditionelle griechische Weihnachtslieder darzubringen. Die Musikschule folgte damit der griechischen Tradition, wonach um die Weihnachtszeit herum Kinder von Haus zu Haus ziehen, um die „Kalanta“, die traditionellen Weihnachtslieder der jeweiligen Region, vorzutragen. Anschließend zog die Abordnung der Musikschule noch zum Generalkonsulat der Hellenischen Republik in Wien, um auch dem dort anwesenden Personal die weihnachtliche Musik vorzusingen.


Byzantinische Musik nun Weltkulturerbe

Die Schule für byzantinische und traditionelle Musik freut sich, mitzuteilen, dass bei der Jahrestagung der UNESCO in Bogotá, Kolumbien, im Dezember 2019 der Byzantinische Gesang in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Der Antrag auf Aufnahme in die Liste war von Griechenland und Zypern gestellt worden. Die byzantinische Musik ist eine rein vokale Musik, in der die Gebete des Kirchenvolkes in den orthodoxen Gottesdiensten zum Ausdruck gebracht werden. Sie können diese mehr als 2000 Jahre alte Tradition auch in unserer Musikschule erlernen.

Nähere Informationen zum Eintrag in die Liste der UNESCO finden Sie unter https://ich.unesco.org/en/RL/byzantine-chant-01508 (englisch).